Team- und Gruppenkonflikte

Bei der Feststellung von Defiziten oder ungünstigen Abläufen in einer Gruppe, in einer Familie oder in einem Team steht man immer wieder vor den gleichen Fragen:

  • Wie kommt es, das wir hier so agieren?
  • Wer wirft wem was vor?
  • Wer hat wen gekränkt oder verärgert und wodurch?
  • Was fehlt hier, um eine Verbesserung herbeizuführen?
  • Wer hat etwas vom Problem und wer hat etwas dagegen?
  • Wer profitiert, wer verliert?
  • Wie kommt es, dass das Problem schon so lange besteht? (Klienten kommen üblicher Weise nicht 10 Minuten nach Entstehen eines Problems zu einer Beratung, sondern erst nach einigen gescheiterten eigenen Versuchen.)

Es ist eines, all diese tieferliegenden Wechselwirkungen zu identifizieren und ganz ein anderes, sie besprechbar zu machen. Doch schön der Reihe nach:

Analysephase:

Gemeinsam mit dem Teamlead oder dem Anliegenbringer wird durch visualisieren der Situation, der Beteiligten, aber auch sämtlicher einwirkender Kräfte, der aktuelle Zustand dargestellt.

Schon während das erste Bild erstellt wird, wird sehr viel sortiert, besprochen, beformt und ausgerichtet. Dieser Prozess des sichtbar Machens erzeugt Klarheit, wenn schon nicht die Lösung betreffend, so doch zumindest betreffend des ‚Problems‘. Natürlich kann dieser Vorgang auch mit sämtlichen Mitgliedern der Gruppe bzw. des Teams gemeinsam gemacht werden. Das Gute dabei ist, das es sich ja ’nur‘ um virtuelle Figuren auf einem virtuellen Brett handelt. Das erlaubt den Teilnehmenden jederzeit, sich in eine Art schützende Dissoziations-Haltung zu begeben, in der sie die Situation nur im übertragenen Sinne kommentieren. Durch Aufrufen der Metapositionen der einzelnen Figuren am Brett wird mehr und mehr erkennbar. Durch Aufrufen der Innensichten wird immer mehr spürbar und erfahrbar. Das Eintauchen in fremde Gefühlswelten sorgt für erweiterte Wahrnehmungen und lässt somit andere Schlüsse zu, als das übliche ’nur reden‘. Spätestens jetzt ist es hilfreich, auch Absichten, Befürchtungen oder Annahmen eine eigene Figur gegeben zu haben. Eine Situation besteht nicht nur aus ihren Beteiligten! Viel mehr gestalten nicht die Personen sondern deren situationsformende Energien die Lage. Nicht das Gegenüber, sondern was das Gegenüber sagt erzeugt Verletzung. Wenn es gelingt, das Gesagte von den Personen zu trennen, ist ein erster guter Schritt zum ‚Frieden‘ gelungen.

Vom Problem zur Lösung:

In einem nächsten Schritt konsequent nach dem gesucht, was hier fehlt um die Lösung zu ermöglichen. Das bedeutet nicht, dass hier eine Figur zu wenig ist – es kann auch ganz einfach eine Änderung in der Konstellation, in der Zusammen_stellung den Weg zur Lösung bereiten. Vielleicht sind nur Blickrichtungen zu ändern, vielleicht Bedeutungsgebungen in dem Größe und/oder Farbe und/oder Form einer Figur verändert wird.

Durch das Einlassen auf die Verarbeitung von emotionaler Information (im Volksmund auch Bauchgefühl genannt) entstehen überraschende Ideen und Lösungsansätze. Das besondere bei der Arbeit mit dem online-Systembrett ist die Innensicht. Wenn man die Lage erst einmal aus dem Augen anderer Beteiligter gesehen hat, ist es zum Verstehen und Mitfühlen nicht mehr weit.

Abschluss:

Darstellen erzeugt Klarheit. Klarheit erzeugt Verstehen. Erleben erzeugt Verständnis. Gestalten erzeugt Handlungsmacht. Am Ende des Prozesses holt man an Hand des Schlussbildes die nächsten Schritte ab und geht, je nach Auftrag, in eine begleitendende oder supervidierende Rolle, oder gibt das verabschiedet Klient_in.

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